Spielzeit 2011/2012: Wiederaufnahmen
Siegfried
Zweiter Tag des Bühnenfestspiels „Der Ring des Nibelungen”
von Richard Wagner
Mit Übertitelung
| Vorstellungen & Tickets in der Spielzeit 2011/2012 |
| Sa |
07. 04. 2012 |
um 17:00 - 22:00 Uhr |
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Tickets |
| Sa |
30. 06. 2012 |
um 17:00 Uhr |
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Wagner zieht uns in der groß angelegten „Ring“-Tetralogie in weltumspannende Urkonflikte hinein. Der tödliche Machtkampf zwischen Göttern, Riesen und Zwergen hat in den ersten beiden Teilen „Rheingold“ und „Walküre“ schon viele Opfer gefordert. Aber jetzt in „Siegfried“ leiden alle: Götter, Menschen und Natur. Der goldene Ring der Weltherrschaft ist verflucht. Trotzdem scheint niemand etwas aus den alten Geschichten gelernt zu haben. Alle wollen den verfluchten Ring besitzen. Der Riese Fafner hat sich in einen Lindwurm verwandelt und erwartet schlafend seinen Drachentöter. Die Zwerge Alberich und Mime, verfeindete Brüder, setzen ihre Hoffnung in den unwissend aufwachsenden Wotanenkel Siegfried. Und der ewig gierige, vertragsbrüchige Gott Wotan sucht Hilfe ausgerechnet bei Urmutter Erda, die er einst vergewaltigte. Doch seine mit Erda gezeugte Lieblingstochter, die Walküre Brünnhilde, musste er selbst in einen von Feuer umschlossenen Schlaf verbannen, weil sie ihm zuliebe das inzestuös gezeugte Kind Siegfried rettete. Bevor Brünnhilde am Ende dieses Abends endlich von Siegfried wieder erweckt wird, erlebt das Publikum die erbarmungslosen Kämpfe der Machtbesessenen. Diese „Rededuelle am Abgrund“, wie der Philosoph Theodor W. Adorno bemerkte, finden in einer rücksichtslos verwüsteten, pittoresken Welt statt. Das Produktionsteam nutzt das Spannungsfeld von negativer und positiver Utopie und versetzt uns in eine futuristisch-mythologische Welt, in der fantastische Kreaturen hausen. In Wagners genialer Zukunftsvision haben alle diese seltsamen, fremd/alltäglichen Mischwesen schon lange jede Orientierung verloren. So kann am Ende mit der Liebe zwischen Siegfried und Brünnhilde – den beiden einzigen Figuren, denen Gold und Macht gleichgültig sind – umso strahlender wieder Hoffnung ausbrechen.
Gefördert von der Alfred und Cläre Pott-Stiftung und der Sparkasse EssenTheater-TV-Trailer
Pressestimmen
„Anselm Weber, der dritte im Bunde der Essener ‚Ring′-Regisseure, schafft zusammen mit seinem Bühnenbildner Raimund Bauer für diese ‚Siegfried′-Inszenierung eine virtuelle Märchenwelt. [...] Die Stärken von Webers Inszenierung liegen im Detail: in der profilierten Personenführung, wenn er mit seinem Hauptdarsteller Johnny van Hal deutlich machen kann, wie Siegfried sich aus dem pubertierenden Jungen über die drei Akten zu einem erwachsenen Mann entwickelt. In einer spannenden Dialogregie, die die vielen Zweierszenen des Stücks als Zweikämpfe zeigt, in denen es immer nur um Druck, Betrug und Instrumentalisierung geht.“
Deutschlandradio / Fazit, 10.10.2009
Ulrike Gondorf
„Richard Wagners ‚Siegfried′, inszeniert vom Grillo-Intendanten Anselm Weber, trägt dabei in der intelligenten Personenführung deutlich die Handschrift eines Schauspielregisseurs. Anselm Weber erzählt in seiner bereits fünften Regiearbeit fürs Aalto das Erwachsenwerden des Heldensohns Siegfried in einer Mischung aus realistischem Drama, Komödie und Märchenspiel. [...] Den größten Beifall erhielten bei der Premiere indes die Essener Philharmoniker unter ihrem Chefdirigenten Stefan Soltesz. Ihr differenziertes Wagner-Spiel war aber auch wieder mal eine Klasse für sich.“
Ruhr Nachrichten, 12.10.2009
Klaus Stübler
„Musikalisch ist der Abend über jeden Zweifel erhaben. Stefan Soltesz pflegt einen transparent gelenkigen Wagner-Stil, der die Sänger mit impressionistischer Delikatesse trägt und niemals zudeckt. Johnny van Hal ist ein strahlender, lyrisch grundierter, gepflegter Siegfried, Almas Svilpa ein imponierend zupackender Wanderer. Hinreißend Oskar Hillebrandts Alberich, dezent karikierend Rainer Maria Röhrs öliger Mime, hochdramatisch durchschlagend Kirsi Tiihonens Brünnhilde.“
Rheinische Post, 12.10.2009
Regine Müller
„Einer aber schmiedet seinen Meisterring unbeirrt: Stefan Soltesz, der mit den Essener Philharmonikern wieder eine temporeiche, glasklare Wagner-Interpretation lieferte. Großartig!“
Westfälische Nachrichten, 12.10.2009
Christoph Schulte im Walde
„Mit ihm [Stefan Soltesz] stellt das Orchester Rückbezüge her, breitet die Gegenwart aus, blickt in die Zukunft. In sprechender Klarheit entfaltet sich Wagners beziehungsreiches Motivgeflecht, wobei Soltesz einmal mehr, wie schon in den vorhergehenden Teilen, den lebendigen Puls der Musik herauskehrt, sie in ihren sinnlichsten Momenten aufblühen lässt. Da windet sich Fafner, der Riesenwurm, mit fast grazilem Schwung, lodert das Feuer um Brünnhildes Felsen lüstern-dicht, begrüßt die Walküre schließlich einen Tag, wie er feierlicher und strahlender nicht sein könnte. Impressionistisches Farbenspiel, düstere Wucht, klassizistische Klarheit: Damit bewegen sich Soltesz und seine Philharmoniker, zumal er seine Sänger auf Händen trägt, im Spitzenfeld der Wagner-Interpretation.“
Neue Osnabrücker Zeitung, 12.10.2009
Ralf Döring
„Bühnenbildner Raimund Bauer versetzt die Handlung in eine Buckellandschaft, die sich später als Schuppenpanzer des überdimensionalen Wurmes Fafner erweist, bisweilen mächtig qualmend. Bis in die steinerne Halle, in der Mimes Schmiede angesiedelt ist, zieht sich dieses unwirtliche Bild, dem Anselm Weber einige sehr eindrucksvolle weitere hinzusetzt - Impressionen einer unheilvollen mythologischen Welt. [...] Eine Glanzleistung bot Rainer Maria Röhr als Mime. Er sang diese Partie, die oft zum Sprechgesang verführt, wirklich vol aus, textverständlich und beweglich im Spiel. Voluminös legte Almas Svilpa den Wanderer an, Ljubov Sokolova gab eine eindringliche Erda, Oskar Hillebrandt spielte die Bösartigkeit des Alberich aus, Christina Clark den Charme des Waldvogels.“
Westfälische Rundschau, 12.10.2009
Sonja Müller-Eisold
„Tatsächlich ist Stefan Soltesz′ Orchester das Ereignis. Einen Akt lang klingen die Essener Philharmoniker wie das beste Opernorchester der Welt [...] Bei aller Musizierlust findet Soltesz aber auch für Wagners Ambivalenzen, die vielerlei tückischen Untertöne, die das scheinbar naive begleiten, für Ironien und Sarkasmen und die gewollt grobianische Einfalt der ‚Schmiedelieder′ die je richtigen Farben.“
FAZ, 13.10.2009
Holger Noltze