Aalto-Musiktheater

Spielzeit 2015/2016: Premieren

Tragödie in einem Aufzug von Richard Strauss
Dichtung von Hugo von Hofmannsthal
Mit Übertiteln

Musikalische Leitung Georg Fritzsch, Tomáš Netopil
Inszenierung David Bösch
Bühnenbild Patrick Bannwart, Maria Wolgast
Kostüme Meentje Nielsen
Licht-Design Michael Bauer
Dramaturgische Betreuung Markus Tatzig
Choreinstudierung Patrick Jaskolka
Premiere am 19. März 2016 Wiederaufnahme am 30. April 2017
Vorstellungen & Tickets in der Spielzeit 2015/2016
So 29. 05. 2016 19:00 - 21:00 Uhr Tickets
Vorstellungen & Tickets in der Spielzeit 2016/2017
So 30. 04. 2017 18:00 - 20:00 Uhr
Do 25. 05. 2017 18:00 - 20:00 Uhr
Mo 05. 06. 2017 18:00 - 20:00 Uhr


ELEKTRA – Richard Strauss from Theater-TV on Vimeo.


Die 1909 in Dresden uraufgeführte Oper „Elektra“ markiert die erste Zusammenarbeit zwischen Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal. Bereits 1903 besuchte Strauss die Uraufführung von Hofmannsthals Schauspieltragödie „Elektra“ in Berlin, über die er schrieb: „Als ich zuerst Hofmannsthals geniale Dichtung … sah, erkannte ich wohl den glänzenden Operntext (der es nach meiner Umarbeitung der Orestszene tatsächlich geworden ist) und wie seinerzeit in ‚Salome‘ die gewaltige musikalische Steigerung bis zum Schluss. Der Wunsch, dieses dämonische, ekstatische Griechentum des 6. Jahrhunderts Winckelmannschen Römerkopien und Goethescher Humanität entgegenzustellen, gewann das Übergewicht über die Bedenken und so ist ‚Elektra‘ sogar noch eine Steigerung geworden in der Geschlossenheit des Aufbaus, in der Gewalt der Steigerungen.“ Das Werk verlangt mit 111 Musikern ein noch opulenteres Orchester als „Salome“. Die Klangfarben sind außerdem härter, dissonanter und expressiver – die polytonale Monumentalität führt Strauss zu einem Extrem in der blutigen Geschichte, von dem aus sich der Komponist danach spätromantischeren Tonalitäten zuwendet.
„Mama, where is Papa?“ steht an die Wand gekritzelt in David Böschs Inszenierung des Werkes, die 2014 in Antwerpen und Gent herauskam. Böschs Sicht konzentriert sich auf den traumatischen Verlust und die fatalen Folgen des Vatermords: Nicht nur Elektra, sondern auch ihre Geschwister Orest und Chrysothemis werden in den blutig beklemmenden Strudel der Obsession und des Wahnsinns hinabgesogen. Die Optik dieser Produktion verräumlicht das archaische Prinzip der Blutrache und zeigt drastisch konkret, was die alpträumende Mutter Klytämnestra zu verantworten hat.
Zu jeder Vorstellung von “Elektra” sowie zu allen weiteren Premierenvorstellungen dieser Spielzeit bieten wir Ihnen jeweils eine halbe Stunde vor Beginn einen Einführungsvortrag im Foyer an.

Eine Koproduktion mit der Opera Vlaanderen Antwerpen/Gent.
Gefördert von der Sparkasse Essen.