Aalto-Musiktheater

Spielzeit 2011/2012: Wiederaufnahmen

von Richard Wagner
mit Übertitelung

Musikalische Leitung Stefan Soltesz
Inszenierung Hans Neuenfels
Bühne und Kostüme Reinhard von der Thannen
Choreinstudierung Alexander Eberle

Der „Tannhäuser“ sollte Wagner nahezu ein Leben lang beschäftigen. Immer wieder nahm er nach der von ihm inszenierten und dirigierten Uraufführung 1845 im Dresdner Hoftheater umfassende Veränderungen vor, sodass mehrere Versionen dieser großen romantischen Oper existieren. Noch kurz vor seinem Tod notierte seine Frau Cosima: „Er sagt, er sei der Welt noch den Tannhäuser schuldig.“
Der Sagenkreis vom Sängerkrieg auf (der) Wartburg, der dem Komponisten unter anderem durch E. T. A. Hoffmanns Novelle „Der Kampf der Sänger“ vertraut war, verschmolz in der Oper mit der in Heinrich Heines parodistischem Gedicht aufgegriffenen Legende von Tannhäuser und Frau Venus. Die „heilige“ Elisabeth als Sinnbild aufopfernder, rein geistiger Liebe und die sündige, „verruchte“ Liebesgöttin Venus als Inkarnation des sinnlich erotischen Genusses sind die Pole des Spannungsfeldes, in das der Minnesänger Tannhäuser gerät. Wagners Identifikation mit dieser zerrissenen, erlösungsbedürftigen Titelgestalt und Außenseiterfigur ist durch mehrere eigene Äußerungen bezeugt.
Für die Neuinszenierung in der Saison 2007/2008 gewann Intendant und GMD Stefan Soltesz den großen Theaterregisseur (und Provokateur) Hans Neuenfels.
„Ich habe eine Riesenhochachtung vor der Autorität dieser Kunstwerke (Opern), vor der ganz eigenen Welt, die die Musik generiert. Die freilich auch viele Freiheiten lässt, wenn man versteht, auf sie genau zu hören“ (Hans Neuenfels).