Aalto-Musiktheater

Spielzeit 2016/2017: Wiederaufnahmen

Oper von Giuseppe Verdi
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung Modestas Pitrėnas
Inszenierung Andreas Baesler
Bühne Harald Thor
Kostüme Alfred Mayerhofer
Dramaturgie Andreas Wendholz
Choreinstudierung Patrick Jaskolka
Wiederaufnahme am 15. April 2017
Vorstellungen & Tickets in der Spielzeit 2016/2017
Sa 15. 04. 2017 19:00 - 21:30 Uhr
Sa 22. 04. 2017 19:00 - 21:30 Uhr
So 07. 05. 2017 16:30 - 19:00 Uhr

Zu dem Zeitpunkt, als Giuseppe Verdi das Libretto zu “Nabucco” von Temistocle Solera durch den Impresario der Mailänder Scala Bartolomeo Merelli angeboten bekam, wollte der junge Komponist wegen des Fiaskos seines letzten Werkes “Un giorno di regno” eigentlich keine Opern mehr schreiben. Seinen eigenen Worten zufolge warf er daher nur einen flüchtigen Blick auf das Manuskript, wobei ihm die Zeile “Va pensiero sull’ali dorate” ins Auge fiel: Die Verse inspirierten ihn zu dem berühmten Chor der hebräischen Gefangenen, der später zur heimlichen Hymne des Risorgimento, der Schaffung des geeinten italienischen Nationalstaates, werden sollte. Aufgrund der exotischen Farbigkeit und erfindungsreichen Vitalität der Musik, der einprägsamen Kantilenen und effektvollen Massenszenen war der Oper bei der Premiere am 9. März 1842 an der Mailänder Scala ein triumphaler Erfolg beschieden.
Die Einnahme von Jerusalem durch die Babylonier setzt eine Kette von sich überstürzenden Ereignissen in Gang: Der Hohepriester der Hebräer Zaccaria versucht sein verzweifeltes Volk im Kampf gegen den Feind zu einen; Fenena, die Tochter von Nabucco, und Ismaele, Neffe des Königs von Jerusalem, lieben einander und müssen von ihren jeweiligen Landsleuten das Schlimmste befürchten; die Sklavin und vermeintlich erstgeborene Tochter Nabuccos, Abigaille, neidet Fenena die Gunst und versucht mit Hilfe des Oberpriesters des Baal die Krone ihres “Vaters” an sich zu reißen; und dieser verfällt, nachdem er sich zum Gott erklärt hat, in den Wahnsinn: In der Ausweglosigkeit der Situation scheint es für niemanden mehr eine Hoffnung zu geben Das in archaische, alttestamentarische Zeiten entrückte Geschehen hat bis heute nichts von seiner brisanten Aktualität eingebüßt: Die leidenschaftlichen, inneren wie äußeren Konflikte um Glauben, Zweifel, Liebe, Hass, Eifersucht, Treue, Verblendung und (selbst)zerstörerisches Machtstreben sind überzeitlich und verlaufen quer zu den angeblich so festen Grenzen zwischen den Kulturen.

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