Aalto-Musiktheater

Spielzeit 2015/2016: Wiederaufnahmen

Oper in vier Akten von Giuseppe Verdi
Dichtung von Francesco Maria Piave und Andrea Maffei nach William Shakespeare
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung Tomáš Netopil
Inszenierung David Hermann
Bühne und Kostüme Christof Hetzer
Video Martin Eidenberger
Choreinstudierung Alexander Eberle
Wiederaufnahme am 20. September 2015


MACBETH – Giuseppe Verdi from Theater-TV on Vimeo.


Für seine zehnte Oper verhandelte Giuseppe Verdi 1846 mit dem Impresario der Florentiner Oper und schwankte zwischen drei Themenblöcken: Shakespeares Macbeth, Schillers Die Räuber und Grillparzers Die Ahnfrau – allen Stoffen ist gemein, dass sie sich nicht für die theatrale Form des tradionellen italienischen melodramma eignen. Verdi wählte ganz bewusst etwas Neues; er schrieb: „Das Sujet der Oper ist weder politisch noch religiös: Es ist fantastisch.“ Der Komponist verzichtete auf die eigentlich übliche Liebesgeschichte, auch auf die glänzende Tenorrolle und konzentrierte sich auf die Schattenseite der menschlichen Seelenabgründe. Verdi selbst verfasste einen Prosaentwurf und schärfte seinem Librettisten Piave ein: „Wenn wir schon keine große Sache daraus machen können, lass uns wenigstens versuchen, eine Sache jenseits des Gewöhnlichen zu machen … Für die Verse denke stets daran, dass es dort kein überflüssiges Wort geben darf: Alles muss etwas ausdrücken … Kürze und Erhabenheit!“
Verdi sah sich der Vorlage von Shakespeare verpflichtet und schrieb an seine erste Lady, die Sopranistin Marianna Barbieri-Nini: „Dies ist ein Drama, das nichts mit den anderen gemein hat, und wir dürfen alle keine Anstrengung scheuen, dem Original so gerecht wie möglich zu werden.“
Nach der erfolgreichen Uraufführung 1847 in Florenz ist der Komponist sehr zufrieden und widmet das Werk seinem Schwiegervater und Gönner Antonio Barezzi: „Macbeth ist mir lieber als meine anderen Opern.“ Im Jahre 1865 überarbeitet Verdi die Oper nochmals für Paris: Er fügt das dort obligatorische Ballett ein, ersetzt eine konventionelle Arienszene der Lady durch ein durchkomponiertes Stück und findet zudem einen anderen Fokus im Schluss.


Gefördert von der Sparkasse Essen und vom Freundeskreis Theater und Philharmonie Essen.