Aalto-Musiktheater

Spielzeit 2011/2012: Wiederaufnahmen

Musikalisches Drama in drei Akten von Georg Friedrich Händel
In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung Alexander Eberle
Inszenierung Dietrich W. Hilsdorf
Bühne Dieter Richter
Kostüme Renate Schmitzer
Dramaturgie Norbert Abels
Choreinstudierung Alexander Eberle

Seine Heldentaten liegen lange zurück, der Augiasstall ist ausgemistet und die Hydra geköpft. Seine zwölf Frondienste hat Hercules, der Sohn des Gottes Zeus und der schönen sterblichen Alkmene, abgeleistet, die Menschheit von Plagen erlöst. Aber dem Fluch Heras, der beleidigten Göttergattin, kann der tragische Halbgott nicht entkommen. Sie schlägt Hercules’ Gattin Dejanira mit Eifersucht, als der untreue Mann von einem Kriegszug die junge Prinzessin Iole, die ihm einst als Braut versprochen war, als Konkubine heimführt. Doch der Liebeszauber, den Dejanira an Hercules versucht, erweist sich als fatale Rache Heras. Tödliches Gift frisst sich in den Körper des Helden. Der letzte Tag im Leben des Hercules: Eine Passion.

Nachdem Georg Friedrich Händel das Kapitel der italienischen Oper in seinem Schaffen abgeschlossen hatte – das Genre war in London in eine Krise geraten – schuf er eine neue, ganz eigene Form des englischsprachigen musikalischen Dramas, in dem er verschiedenste Musiktraditionen wie Opera seria, Psalmenvertonungen, deutsche Passionen, französische Tragédie lyrique und englische Chorsätze (die sogenannten „Anthems“) miteinander verschmolz. Die lange gebräuchliche Gattungsbezeichnung „szenisches Oratorium“ trifft nicht wirklich. Schon die Uraufführung am 5. Januar 1745 im King’s Theatre war „dekoriert in der Manier einer Krönungszeremonie“, wie Zeitgenossen schrieben. Auch wenn Händels Librettist, der Geistliche Thomas Broughton, das Sujet, das er der Tragödie „Die Trachinierinnen“ von Sophokles und den „Metamorphosen“ des Ovid entnahm, deutlich verharmloste, handelt es sich um ein veritables musikalisches Drama.

Nachdem das Team um Hilsdorf und den Dirigenten Jos van Veldhoven (Bühne: Dieter Richter, Kostüme: Renate Schmitzer, Chöre: Alexander Eberle) vor drei Jahren mit Händels „Semele“ erstmals ein solches Barockspektakel auf der Aalto-Bühne mit enormem Erfolg realisierte, liegt es nahe, erneut ein Werk Händels mit solcher meisterhaften Mischung von opernhaften und oratorischen Elementen und kraftvoller musikdramatischer Gestaltung szenisch fruchtbar zu machen.

Theater-TV-Trailer