Aalto-Musiktheater

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Aalto-Theater stellt neue Spielzeit vor

Das Aalto-Musiktheater zeigt in der kommenden Spielzeit 2017/2018 erstmals seit zehn Jahren wieder sechs statt zuletzt fünf Premieren. „Wir möchten unserem Publikum dadurch noch mehr Farben präsentieren“, betont Intendant Hein Mulders, der mit Johann Straußʼ „Eine Nacht in Venedig“ auch seine erste Operetten-Neuproduktion auf den Spielplan nimmt.

Als erste der sechs Neuinszenierungen steht am 14. Oktober 2017 Bedřich Smetanas große tschechische Nationaloper “Die verkaufte Braut” auf dem Programm. Unter der Leitung von Generalmusikdi-rektor TomᨠNetopil wird die komische Oper auf Deutsch und damit in der Sprache gesungen, in der sie letztlich zum Welterfolg wurde. Aus Tschechien stammt das Regie-Duo SKUTR: Martin Kukučka und LukᨠTrpi¨ovský haben sich bislang mit den unterschiedlichsten darstellenden Künsten von Schauspiel über Tanz bis Performance auseinandergesetzt und wenden sich besonders in den ver-gangenen Jahren verstärkt dem Musiktheater zu.
Lange vermisst und endlich wieder am Aalto-Theater zu erleben ist Engelbert Humperdincks Mär-chenoper “Hänsel und Gretel” (Premiere: 5. November 2017) – eine Geschichte über Verlockung und Versuchung, über Risikobereitschaft, Übermut und vor allem über die Stärke von zwei Kindern, die sich aus einer scheinbar ausweglosen Situation selbst befreien. Marie-Helen Joël, Mitglied des Solistenensembles und Theaterpädagogin am Essener Opernhaus, inszeniert das bekannte Märchen als fantasievolles Abenteuer für die ganze Familie. Am Pult der Essener Philharmoniker steht Friedrich Haider, den mit dem Aalto-Theater seit vielen Jahren eine erfolgreiche Zusammenarbeit verbindet und der hier in der kommenden Spielzeit als Erster Gastdirigent tätig sein wird.
Als Klassiker des italienischen Opernrepertoires folgt einen Monat später “Der Troubadour” von Giuseppe Verdi (Premiere: 2. Dezember 2017). Die Inszenierung liegt in den Händen von Moshe Leiser und Patrice Caurier, die seit vielen Jahrzehnten erfolgreich zusammenarbeiten und sich dabei an internationalen Bühnen wie dem Royal Opera House in London, der New Yorker Met, der Wiener Staatsoper und dem Opernhaus Zürich profilieren konnten. Für ihre „Norma“ bei den Salzburger Fest-spielen wurden sie 2014 mit dem International Opera Award ausgezeichnet. Die musikalische Leitung hat Giacomo Sagripanti (2016 International Opera Award als bester Nachwuchsdirigent), den das Essener Publikum in den vergangenen Jahren unter anderem durch seine glänzenden Interpretationen von „Il barbiere di Siviglia“ und „Norma“ lieben und schätzen gelernt hat.
2018 endet die Ära des deutschen Steinkohlebergbaus; in Bottrop schließt die letzte Zeche des Ruhrgebiets. Mit Heinrich Marschners “Hans Heiling” (Premiere: 24. Februar 2018) greift das Aalto-Theater dieses Thema auf: Die romantische Zauberoper, uraufgeführt 1833 in der Zeit des Durchbruchs der industriellen Revolution, ist auch eine Reflexion über die Gesellschaft der Arbeiter und Bergleute sowie deren Lebensstrukturen. Der Bezug wird in der Regie von Andreas Baesler deutlich werden. Frank Beermann, musikalischer Leiter dieser Produktion, konnte sich am Aalto-Theater zuletzt als Dirigent in Wagners „Tristan und Isolde“ auszeichnen.
Ein Meisterwerk der Musikgeschichte schuf Richard Strauss mit seinem Musikdrama “Salome”, das am 31. März 2018 als fünfte Premiere auf dem Programm steht. Die faszinierende und verstörende Geschichte von sinnlichem Begehren und unerbittlicher Rache wird vom Komponisten in einen rauschhaften und betörenden Orchesterklang gekleidet – in Essen musikalisch interpretiert von TomᨠNetopil, der bereits mit seinem farbenreichen „Elektra“-Dirigat für Furore gesorgt hat. Die französische Regisseurin Mariame Clément wird nach ihrer gefeierten Inszenierung von Ligetis „Le Grand Macabre“ vor zwei Jahren ans Aalto-Theater zurückkehren.
Zu einem heiteren Abschluss kommt die Spielzeit mit Johann Straußʼ Operette “Eine Nacht in Venedig” (Premiere: 3. Juni 2018). Regie in dieser beliebten Verwechslungskomödie, die zur Karne-valszeit in der Lagunenstadt spielt, führt Bruno Klimek: Operninszenierungen führten den Folkwang-Professor an viele Theater in Deutschland und Österreich. Für „Adriana Lecouvreur“ am Tiroler Lan-destheater erhielt er 2016 den Österreichischen Musiktheaterpreis. Die musikalische Leitung hat
Johannes Witt, 2. Kapellmeister am Aalto-Theater.
Außerdem stehen elf Wiederaufnahmen auf dem Spielplan: „Rigoletto“ und „La Traviata“ von Giu-seppe Verdi, „Die Zauberflöte“ und „Die Entführung aus dem Serail“ von Wolfgang Amadeus Mozart, „La Bohème“, „Turandot“ und „Madama Butterfly“ von Giacomo Puccini, „Die Fledermauß“ von Johann Strauß, „Norma“ von Vincenzo Bellini sowie „Lohengrin“ und „Die Walküre“ von Richard Wagner.
Zugaben – das Begleitprogramm des Aalto-Theaters
Gemeinsam mit dem Schauspiel Essen startet das Aalto-Theater in die neue Spielzeit: Anlässlich des 125. Geburtstags des Grillo-Theaters findet dort am 16. September 2017 ein großes Jubiläumsfest mit Künstlern aller Sparten statt.
Die in der Spielzeit 2016/2017 erfolgreich ins Leben gerufene Reihe „Tat Ort Aalto“ wird fortgesetzt: An drei Abenden darf das Publikum wieder auf der großen Aalto-Bühne Platz nehmen – inmitten des Bühnenbildes der zuvor gespielten Oper. Mitglieder des Aalto-Ensembles sorgen für das abwechslungsreiche musikalische Programm. Über den Tellerrand des klassischen Liederabends blickt erneut die Reihe „mehrmusik“, bei der man einen Sänger auch mal an der Violine erleben kann. Und auch in dieser Spielzeit laden die Damen wieder zum Tee: Bei „It’s Teatime“ plaudern Miss Betterknower und Fräulein Vorlaut mit Gästen über die anstehenden Premieren.
Gemeinsam mit der Studio-Bühne Essen entsteht das Musik-Theater-Projekt „Auftrag Abwicklung Sonnenaufgang“, das anlässlich des Jahresthemas des Kulturbüros Essen „Schöne Aussichten – Paradiese und Utopien“ im Oktober 2017 dreimal an der Folkwang Musikschule zur Aufführung kommt.
Darüber hinaus gehören Einführungsmatineen ebenso zum dramaturgischen Programm wie Einfüh-rungsvorträge vor den Premieren sowie weiteren ausgewählten Vorstellungen des Repertoires.
Kinder- und Jugendprogramm „Abenteuer Aalto“
Für Kinder, Jugendliche und Familien bietet das Aalto-Theater ein umfangreiches Programm unter dem Titel „Abenteuer Aalto“ an. Begleitet von der Hexe Kleinlaut und ihrer Truppe haben junge Zuhörer zwischen 3 und 6 Jahren die Möglichkeit, sich aktiv ins Konzertleben einzubringen. Grundschulkinder können sich gemeinsam mit Fräulein Vorlaut austoben. Jugendliche ab 10 Jahren sind eingeladen, bei JOTA (Junger Opern Treff Aalto) eine ganze Menge über den Theaterbetrieb zu erfahren. Zurückkehren auf die große Aalto-Bühne wird die Kinderoper „Die Zaubertröte“, in der die Melodien von Mozarts „Zauberflöte“ in ganz neuen Klangfarben zu erleben sind. Außerdem ist das Kinder- und Jugendprogramm „Abenteuer Aalto“ wieder regelmäßig auf dem Welterbe Zollverein zu Gast.
Kunst⁵ – Die TUP-Festtage 2018 “HeimArt” 17. bis 25. Februar 2018
Bereits zum dritten Mal laden die fünf Sparten der Theater und Philharmonie Essen – das Aalto-Musiktheater, die Essener Philharmoniker, das Aalto Ballett Essen, die Philharmonie Essen und das Schauspiel Essen – zu den TUP-Festtagen Kunst⁵ ein. Vor dem Hintergrund der Schließung der Zeche Prosper-Haniel in Bottrop und dem damit verbundenen Ende des deutschen Steinkohleberg-baus stehen die Festtage vom 17. bis 25. Februar 2018 unter dem Titel „HeimArt“. Zum facettenrei-chen Programm der Festtage gehören unter anderem die Opernpremiere von „Hans Heiling“, die Bal-lettaufführung „Schwanensee“, die Uraufführung eines Projektes von Volker Lösch am Grillo-Theater und ein Konzert mit Diana Damrau und Jonas Kaufmann in der Philharmonie Essen.