Aalto-Musiktheater

Spielzeit 2015/2016: Premieren

Oper in vier Akten von Bohuslav Martinů
Dichtung vom Komponisten nach dem Roman von Nikos Kazantzakis
In englischer Sprache mit deutschen Untertiteln

Musikalische Leitung Tomáš Netopil
Inszenierung Jiř Heřman
Bühne Jiř Heřman, Dragan Stojčevski
Kostüme Alexandra Grusková
Dramaturgie Christian Schröder
Choreinstudierung Patrick Jaskolka
Premiere am 26. September 2015

THE GREEK PASSION – Bohuslav Martinů from Theater-TV on Vimeo.


Aus einem Spiel wird Ernst: Die Realität holt die theatrale Darstellung unbarmherzig ein. Oder verhält es sich umgekehrt? Im griechischen Dorf Lycovrissi laufen die Vorbereitungen für ein Passionsspiel völlig aus dem Ruder. Die Teilnehmenden – darunter Manolios als Christus, Katerina als Maria Magdalena und Panait als Judas – setzen sich durch absolute Identifikation mit ihren biblischen Rollen auseinander. Doch als eine Gruppe von Flüchtlingen auftaucht und die Dorfbewohner um Hilfe bittet, stehen die christlichen Werte plötzlich auf dem Prüfstand. Ein jeder handelt seiner Rolle gemäß, und Manolios’ Barmherzigkeit beginnt rasch, allgemeines Missfallen zu erregen.
„Die griechische Passion“ ist Martinůs letztes Bühnenwerk und wurde 1959 quasi auf dem Sterbebett zu Ende komponiert. Das Libretto basiert auf dem gleichnamigen Roman von Nikos Kazantzakis, dessen Erfolgsroman „Alexis Sorbas“ der Komponist ursprünglich hatte vertonen wollen. Martinů rang sehr mit dem Stoff – und doch sollte es sein Opus summum werden. Konsequent und dickköpfig hat er sich bis zum Lebensende den Parametern der musikalischen Avantgarde verweigert. Er hielt an der Tonalität fest und schreckte auch in der Mitte des 20. Jahrhunderts nicht davor zurück, für seine Solisten große ariose Passagen zu komponieren. Das bei dem durch Kriege und Emigration gebeutelten Komponisten so oft vorhandene sozialkritische Element wird hier deutlicher denn je. Martinů forderte: „Es ist gut für jedermann, zu den altbewährten Wahrheiten zurückzukehren, wenn sie auch gerade nicht modern und aktuell zu sein scheinen – und wenn sie auch nicht einmal wahr sind, sondern nur ein Glaube an etwas Gutes und Gesundes.“
Zu jeder Vorstellung von “The Greek Passion” sowie zu allen weiteren Premierenvorstellungen dieser Spielzeit bieten wir Ihnen jeweils eine halbe Stunde vor Beginn einen Einführungsvortrag im Foyer an.
Gefördert von der Sparkasse Essen.